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Financing tips

Die 11 größten Irrtümer über Stipendien

1. Stipendien sind nur etwas für Hochbegabte

Viele Schüler glauben, dass das stimmt. Deshalb schrecken sie davor zurück, sich für eine Förderung zu bewerben. Doch diese Annahme ist falsch. Es gibt zahlreiche Organisationen, die Stipendien vergeben, aber nur ein kleiner Teil tut dies aufgrund herausragender akademischer Leistungen.

Die meisten legen andere Kriterien für die Auswahl eines Kandidaten an. Das kann alles Mögliche sein, vom Beruf Deines Vaters bis zu Deinem Wohnort. Der beste Rat lautet: Prüfe sorgfältig die Auswahlkriterien der Stipendien, die Dich interessieren.

2. Es gibt nicht viele Stipendien

Die großen Stipendienorganisationen sind am bekanntesten. Deshalb erhalten sie auch die meisten Bewerbungen. Aber es gibt in der gesamten EU Tausende von Organisationen, die Stipendien an Studenten oder Doktoranden vergeben. Und viele von ihnen leiden unter einem Mangel an Kandidaten: Mehr als 90 % der Studenten bewerben sich bei weniger als 1 % der Stiftungen.

Solange Du nicht alles recherchierst, was verfügbar ist, wirst Du nicht wissen, ob es etwas Passendes für Deine Situation gibt.

3. Du musst sozial engagiert sein

Auch dieser Irrtum ist weit verbreitet, weil es bei einigen größeren Organisationen das wichtigste Auswahlkriterium ist. Zwar ist soziales Engagement bei manchen Stipendien ein Kriterium, aber es gibt genauso viele, bei denen es keine Rolle spielt. Du kannst also auch dann ein Stipendium bekommen, wenn Du Dich noch nicht ehrenamtlich engagierst.

4. Die Förderung wird nicht ausreichen

Die Höhe der verfügbaren Förderung ist sehr unterschiedlich, je nach Stipendium. Die Beträge reichen von einer einmaligen Zahlung von einigen hundert Euro bis zu monatlichen Zahlungen von rund 2.000 €. Für Doktoranden ist die verfügbare Förderung in der Regel deutlich höher - Promotionsstipendien liegen zum Beispiel meist zwischen 1.300 und 2.000 € pro Monat, wobei einige Programme ab dem Wintersemester 2025/26 bis zu 1.750 € pro Monat zahlen (Grundbetrag plus Forschungskostenpauschale).

Manche Organisationen vergeben Teilstipendien, erlauben Dir aber, ein weiteres Stipendium oder einen Kredit zu bekommen, um die Differenz auszugleichen. Oder Du kannst einen Nebenjob annehmen. Sei Dir aber bewusst, dass die Kombination von Stipendien oft eingeschränkt ist: Viele Förderer wenden eine „Keine Doppelförderung"-Regel an, das heißt, Du kannst nicht zwei Vollstipendien gleichzeitig erhalten. Teilstipendien sind häufiger kombinierbar, aber prüfe vor der Bewerbung immer die konkreten Regeln des jeweiligen Programms (siehe auch Irrtum 11 weiter unten).

5. Es ist zeitaufwändig, und das Ergebnis ist ungewiss

Früher war es schwierig, passende Stipendien zu finden. Du musstest verschiedene Quellen nutzen, von denen viele unvollständig waren.

Ein Profil bei european-funding-guide.eu anzulegen dauert dagegen nur wenige Minuten. Ist das erledigt, bekommst Du einen Überblick über die Stipendien, die zu Deinem Profil passen. Das verkürzt die Zeit, die Du mit Recherche verbringen musst.

6. Die Bewerbung um ein Stipendium dauert zu lange

In Wirklichkeit sind viele der Bewerbungsverfahren einfach. Oft laufen sie per E-Mail und erfordern weniger Angaben als bei einer Bewerbung um einen Job. Und wenn Du erfolgreich bist, kannst Du Dich auf Dein Studium konzentrieren, statt Dir Sorgen um Deine Finanzen zu machen. In diesem Zusammenhang ist die Zeit, die eine Bewerbung kostet, nicht groß.

Allerdings gibt es einige Stipendien, die mehr Details verlangen, darunter Referenzen oder umfassende Lebensläufe. In unserem Bereich über Bewerbungsformulare findest Du Ratschläge und Informationen, wie Du Dein Bewerbungsformular schnell vorbereitest.

7. Es gibt viele Bewerber, also sind meine Chancen gering

Viele Studenten bewerben sich um die größten und bekanntesten Stipendien, weil diese am meisten Aufmerksamkeit bekommen.

Aber kleinere Organisationen beklagen oft, dass sie nicht genug Kandidaten bekommen. Wenn Du Deine Ergebnisliste bei european-funding-guide.eu durchgehst, wirst Du Stipendien finden, bei denen die Konkurrenz geringer ist.

Die Zahlen bestätigen das: Die Erfolgsquoten bei den großen, bekannten Begabtenförderungswerken liegen typischerweise nur bei rund 10 %, mit einem harten, mehrstufigen Auswahlverfahren aus detaillierten Lebensläufen, Gutachten von Experten und mehrtägigen Auswahlseminaren. Kleinere, weniger bekannte Stiftungen verlangen oft nur einen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben, und weil sie deutlich weniger Bewerber anziehen, kann Deine realistische Erfolgschance erheblich höher sein. Ein breiteres Netz über kleinere Förderer zu spannen, ist oft der wirksamste Weg, um Deine Chancen zu verbessern.

8. Ich muss bedürftig sein, um ein Stipendium zu bekommen

Auch dieser Irrtum ist unter Studenten weit verbreitet und hält viele davon ab, sich zu bewerben. Doch die Auswahlkriterien für Stipendien sind sehr unterschiedlich. Manche gibt es, um Studenten zu helfen, die am bedürftigsten sind, aber andere haben andere Ziele. Zum Beispiel möchte ein Stipendium vielleicht einen bestimmten Beruf fördern oder Studenten aus einer bestimmten Region unterstützen. Der beste Rat lautet: Verschaffe Dir einen Überblick über alle verfügbaren Stipendien, auch wenn Du aus einem wohlhabenden Elternhaus kommst.

9. Stipendien werden nur zu Beginn eines Studiums vergeben

Es gibt viele Stipendien, die gezielt an Studenten mit einem Abschluss vergeben werden. Aber für die meisten Organisationen spielt die Studienphase keine Rolle. Das heißt, es lohnt sich, sich über Stipendien zu informieren, auch wenn Du im letzten Semester Deines Studiums bist.

10. Stipendien gibt es nur für Lebenshaltungskosten

Neben Zuschüssen für Lebenshaltungskosten gibt es auch Stipendien für Bücher, Geld, Sachwerte, Reisekosten und Druckkosten. Außerdem findest Du Stipendien für Studiengebühren und für Praktika sowie für andere Arten der Unterstützung. Und viele Organisationen bieten Stipendien für ein Studium oder Praktikum im Ausland an, ebenso für Sprachkurse, Forschungsaufenthalte und Erkundungsreisen. Es gibt also für nahezu jeden studentischen Bedarf ein Stipendium.

11. Stipendien gibt es nur für bestimmte Studienfächer

Ein weiterer weit verbreiteter Irrtum ist, dass es Stipendien nur für eine Handvoll „angesehener" Fächer gibt. In Wirklichkeit gibt es Stipendien für eine riesige Bandbreite von Fachrichtungen und Interessen. Neben allgemeinen, fachunabhängigen Stipendien gibt es auch viele fachspezifische Programme - für MINT-Fächer, Wirtschaft, Kunst, Journalismus, Musik und vieles mehr. Manche Stipendien werden von privaten Stiftern gezielt eingerichtet, um Studenten in einem bestimmten Fach zu unterstützen, und die Kriterien legt der Stifter fest, statt sie an Spitzennoten zu binden. Egal welches Fach Du studierst, es lohnt sich, breit zu suchen - die Übereinstimmung zwischen Dir und den Werten und Zielen der vergebenden Organisation zählt genauso viel wie Deine Noten.