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Stipendien

Stipendien in Europa

Stipendien in Europa verständlich erklärt: Wer vergibt sie, wer bekommt sie, und wie du die findest, die zu deinem Profil passen — mit Länder-Guides und kostenloser Stipendiensuche.

Ein Stipendium ist das beste Geld deiner Studienfinanzierung: Du zahlst es nie zurück, und es gibt weit mehr davon, als die meisten glauben. In ganz Europa vergeben Stiftungen, Hochschulen, Unternehmen, Kirchen und öffentliche Träger jedes Jahr Förderungen an Studierende, und ein erheblicher Teil davon wird nicht abgerufen, schlicht weil sich niemand beworben hat. Diese Seite erklärt, wie Stipendien in Europa funktionieren, was sie ungefähr wert sind, wer sie vergibt und wann die Fristen liegen. Danach führt sie dich zu den einzelnen Guides: zum Stipendien-Guide für Österreich, zu Erasmus+ und zu einer praktischen Bewerbungshilfe.

Wie groß der Markt wirklich ist

Der European Funding Guide führt über 12.000 Stipendien, Zuschüsse und Darlehen im Wert von mehr als 27 Milliarden Euro in 16 europäischen Ländern. Das ist nur der Teil, der in einer Datenbank steht. Der reale Bestand ist größer, weil viele kleine Stiftungen ihre ein oder zwei Plätze pro Jahr gar nicht öffentlich ausschreiben.

Trotzdem bekommt in Europa nur ein kleiner Teil der Studierenden ein Stipendium. In Deutschland etwa erhielten 2024 rund 69.000 Studierende, also 2,4 Prozent, eine Stipendienförderung, während 326.000 (11,4 Prozent) BAföG bezogen. Die 13 deutschen Begabtenförderungswerke, zusammengeschlossen in der Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderungswerke, fördern zusammen jährlich rund 29.000 bis 30.000 Studierende, also etwa ein Prozent aller 2,9 Millionen Studierenden im Land. Das liegt nicht am fehlenden Geld: Ein erheblicher Teil der Plätze bleibt jedes Jahr unbesetzt, weil zu wenige passende Bewerbungen eingehen. Genau hier liegt deine Chance.

Wer Stipendien vergibt und an wen

Das berühmte Vollstipendium für Einser-Kandidaten ist die Ausnahme, nicht die Regel. Die meisten europäischen Stipendien wählen nach etwas anderem aus: nach deinem Fach, deiner Herkunftsregion, dem Beruf deiner Eltern, deinem Engagement in Vereinen und Gemeinden, deiner finanziellen Situation oder schlicht der Kombination aus Herkunft und Studienort. Gerade kleine und mittlere Stiftungen finden oft zu wenige Bewerber:innen, die auf ihre Nischen-Kriterien passen. Manche verlangen etwa einen Geburtsort am Stifterort. Genau deshalb lohnt sich die Bewerbung auch mit durchschnittlichen Noten.

Grob lassen sich vier Geldgeber unterscheiden.

Hochschulen vergeben die meisten leistungsbasierten Stipendien. Das ETH Zürich Excellence Scholarship etwa zahlt 12.000 Schweizer Franken pro Semester plus Erlass der Studiengebühren für die reguläre Master-Dauer und setzt einen Bachelor-Abschluss in den obersten zehn Prozent voraus. Die EPFL Master Excellence Fellowships zahlen 10.000 Schweizer Franken pro Semester und stehen allen Nationalitäten offen. An der Bocconi in Mailand erlässt der Merit Award die vollen Studiengebühren von bis zu rund 12.000 bis 13.000 Euro pro Jahr, ohne separate Bewerbung, allein auf Basis des Zulassungsverfahrens.

Öffentliche Träger und Regierungen stehen hinter den großen internationalen Programmen. Das DAAD-Studienstipendium, das Flaggschiff für internationale Master-Studierende, zahlt 934 Euro pro Monat plus Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, eine Reisekostenpauschale und eine einmalige Studienpauschale. Das französische Eiffel Excellence Scholarship, finanziert vom französischen Außenministerium, richtet sich an künftige Entscheidungsträger mit einer Altersgrenze von 29 Jahren im Master und 35 im Doktorat. Die Swiss Government Excellence Scholarships gehen jährlich an Nachwuchsforschende aus über 180 Ländern.

Politische und kirchliche Stiftungen fördern nach Werten und Engagement. Die Konrad-Adenauer-Stiftung betreut über 2.700 Stipendiat:innen in der Studien- und über 500 in der Promotionsförderung. Die Friedrich-Naumann-Stiftung förderte 2020 insgesamt 1.214 Studierende und Nachwuchswissenschaftler:innen. Die Heinrich-Böll-Stiftung vergibt Studien- und Promotionsstipendien mit zwei Bewerbungsverfahren pro Jahr.

Unternehmen schließlich fördern gezielt in ihren Fachgebieten, oft in technischen und naturwissenschaftlichen Fächern, und binden Stipendiat:innen mitunter über Praktika oder Mentoring an sich. Solche Programme wechseln häufiger als die staatlichen, weshalb sich hier ein Blick auf die jeweils aktuelle Ausschreibung besonders lohnt.

Wer sich zu selten bewirbt

Die Auswahlkriterien sind das eine, die Bewerbungsquote das andere, und beim Zugang zeigen sich deutliche Unterschiede. Studentinnen erhalten seltener ein Stipendium als Studenten, obwohl sie im Schnitt die besseren Noten haben: In der Stipendienstudie 2016 lag ihr Notendurchschnitt bei 1,9 gegenüber 2,1 bei den Männern, ihre Erfolgsquote bei Bewerbungen aber nur bei 21 Prozent gegenüber 23 Prozent. Auch Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern und mit Migrationshintergrund beantragen Stipendien seltener. Diese Selbsteinschätzung kostet mehr Bewerbungen als jedes Kriterium: Wer nicht fragt, bekommt sicher nichts.

Was eine Stipendienbewerbung braucht

Die meisten Bewerbungen bestehen aus denselben Bausteinen: Immatrikulations- oder Zulassungsnachweis, Lebenslauf, ein bis zwei Empfehlungsschreiben und ein Motivationsschreiben, das erklärt, warum der Zweck der Förderung und deine Geschichte zusammenpassen. Beim Motivationsschreiben zählt vor allem dein gesellschaftliches Engagement und deine außerschulischen Aktivitäten; die Unterlagen sollten ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Dieser letzte Teil entscheidet mehr Bewerbungen als die Noten. Und weil die Kriterien so unterschiedlich sind, schlagen fünf gut passende Bewerbungen jede beliebige Massenbewerbung. Wie du deine Bewerbung Schritt für Schritt aufbaust, steht in unserer Bewerbungshilfe weiter unten.

Wann die Fristen liegen

Bewerbungsfristen ballen sich in den meisten Ländern zweimal im Jahr, etwas Planung zahlt sich also aus. Die Heinrich-Böll-Stiftung etwa hat zwei Verfahren pro Jahr mit Fristen am 1. März und 1. September, ausschließlich online. Große Hochschulprogramme laufen oft anders: Beim Cambridge European Scholarship bewirbst du dich automatisch mit deiner Master- oder Promotionsbewerbung, Frist ist der Januar des Bewerbungsjahres; es deckt typischerweise 30 bis 80 Prozent der Studiengebühren plus einen Anteil der Lebenshaltungskosten. Bei den EPFL Excellence Fellowships liegen die Fristen typisch im Dezember und April.

Das Deutschlandstipendium hat je nach Hochschule eigene Termine. Am Europa-Institut der Universität des Saarlandes etwa läuft die Bewerbung für 2026/2027 vom 1. bis 30. Juni 2026, ausschließlich online über die StudienStiftungSaar; die Förderung beträgt dort 300 Euro pro Monat für ein Jahr. Ein Punkt zu Kombinationen: Beim Deutschlandstipendium sind gleichzeitige Teilstipendien möglich, aber keine zweite Vollförderung. Auch mit einem DAAD-, Erasmus+- oder Fulbright-Vollstipendium lässt es sich nicht kombinieren; die einzige Ausnahme ist ein DAAD-Teilstipendium.

Finde die Stipendien, die zu dir passen

Der European Funding Guide bündelt diese Stipendien in einer Datenbank, jedes mit aufgeschlüsselten Kriterien. Du sagst uns, was du wo studierst und ein wenig über deinen Hintergrund, und das Matching zeigt dir die Förderungen, deren Kriterien du tatsächlich erfüllst, samt Fristen und Bewerbungsdetails. Der Service ist kostenlos.

Die Guides auf dieser Seite

Diese Hub-Seite verlinkt derzeit drei ausgearbeitete Guides: einen Länderüberblick für Österreich, zwei Guides zu Erasmus+ und eine allgemeine Bewerbungshilfe.

Für ein Studium in Österreich

Stipendien in Österreich ist der Überblick für ein Studium in Österreich, für heimische wie internationale Studierende. Der Guide zeigt, warum Österreich günstiger ist als sein Ruf: Für Studierende aus EU, EWR und der Schweiz fällt innerhalb der Regelstudienzeit nur der ÖH-Beitrag von rund 26,20 Euro pro Semester an, es gibt ein breites Stipendienangebot und über den Studentenausweis eine Reihe von Vergünstigungen. Lies ihn, wenn du wissen willst, wer in Österreich Stipendien vergibt und wie die Bewerbungssaison läuft.

Studium in Österreich finanzieren geht die Kostenseite durch: das österreichische Hochschulsystem mit seinen 23 öffentlichen Universitäten, die genauen Studiengebühren je nach Herkunft und Studiendauer, die staatliche Studienbeihilfe und das Zusammenspiel mit Stipendien. Der passende Guide, wenn du zuerst wissen willst, was ein Studium in Österreich überhaupt kostet und welche Grundförderung du erwarten kannst, bevor es an Stipendien geht.

Ins Ausland mit Erasmus+

Erasmus+ 2026: Der komplette Leitfaden erklärt das wichtigste EU-Förderprogramm für Studium, Praktika und Personalaustausch, das seit 1987 über 16 Millionen Teilnehmer unterstützt hat. Der Guide führt durch Zweck, Teilnahmevoraussetzungen, Bewerbung, Geld und Credits, was du bei Problemen im Ausland tun kannst und was sich nach der Rückkehr ändert. Lies ihn, wenn du einen Auslandsaufenthalt im Bachelor, Master oder Doktorat planst.

Wie viel Geld bekommst du beim Erasmus+-Programm? beantwortet nur die Geldfrage: wie hoch der monatliche Zuschuss ausfällt, wovon die Höhe abhängt, wann das Geld kommt und was Erasmus+ über die reguläre Studienbeihilfe hinaus noch abdeckt. Der kurze Weg, wenn du das Programm dem Grunde nach kennst und nur die Beträge suchst.

Bevor du dich bewirbst

Die 12 wichtigsten Tipps, um ein Stipendium zu bekommen ist die praktische Bewerbungshilfe zu dieser Seite: früh anfangen, Fristen im Blick behalten, die verbreiteten Irrtümer über Stipendien ausräumen und die Bewerbung auf die Kriterien zuschneiden. Lies ihn, bevor du deine erste Bewerbung abschickst.

Was diese Seite nicht abdeckt

Der European Funding Guide deckt 16 europäische Länder ab, nicht ganz Europa und nicht die Welt. Stipendien für ein Studium außerhalb dieser Länder findest du hier nicht. Wir listen außerdem gezielt Stipendien, Zuschüsse und Darlehen zur Studienfinanzierung; staatliche Grundförderung wie das deutsche BAföG oder die österreichische Studienbeihilfe ist ein eigenes Thema und läuft über die jeweiligen Ämter, nicht über unsere Datenbank. Und für sehr kleine, lokale Stiftungen, die ihre Plätze nie ausschreiben, hilft am Ende nur der direkte Kontakt vor Ort.

Ein zweiter Punkt betrifft die Sprache dieser Seite. Auf Deutsch ist der Stipendien-Bereich bislang dünn: Unter dieser Hub-Seite steht mit Österreich nur ein einziger Länder-Guide. Der englischsprachige Stipendien-Hub ist deutlich weiter ausgebaut und führt zehn Länder-Guides. Wenn du also für ein anderes Land als Österreich recherchierst und Englisch lesen kannst, findest du dort erheblich mehr. Denselben Umfang gibt es auch auf Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch mit jeweils zehn Guides. Dass hier nur ein deutscher Guide steht, heißt also nicht, dass die Site zum Thema nichts hat, sondern dass die deutschsprachige Übersetzung noch nachzieht.

Stipendien-Guides nach Land

Neu hinzugekommene Förderungen für dein Studium in Österreich

Institution Scholarship Betrag
The province of Salzburg The province of Salzburg - ISBK Student Scholarship 1.440 €
The province of Salzburg The province of Salzburg - Wahre Landschaft Scholarship 50.000 €
Rudolf Heydnes fund Rudolf Heydnes fund - Rudolf Heydner scholarship
University of Music and Performing Arts in Vienna (Vienna/Austria) University of Music and Performing Arts in Vienna (Vienna/Austria) - Elena Rombro award
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Förderungen für ein Auslandssemester oder -jahr

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