Das persönliche Auswahlgespräch - allgemeine Tipps
Interviews werden in der Regel von einem Gremium aus mehreren Personen geführt, in manchen Fällen aber auch als Einzelgespräch. Ein Gremien-Interview umfasst meist zwei oder mehr Personen, oft 3-5 aus verschiedenen Abteilungen, und kann 30-90 Minuten dauern. Es ist völlig normal, nervös zu sein. Tatsächlich sind die meisten Menschen nervös, selbst diejenigen, die selbstsicher wirken. Denk beim Betreten des Raums daran, dass Du schon einen Teil des Auswahlverfahrens hinter Dir hast - Deine Bewerbung ist für die Interviewer also von Interesse. Das sollte Dir helfen, Dein Selbstbewusstsein zu stärken.
Gute Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg
Die Vorbereitung auf das Interview ist unverzichtbar, besonders bei einer Bewerbung um ein Stipendium. Überlege Dir, welche Fragen Dir gestellt werden könnten, und finde passende Antworten. Wahrscheinlich wirst Du zu Deinem Lebenslauf befragt, also kenne ihn gut. Überlege Dir, wie Du die Punkte, die Du in Deinen Lebenslauf aufgenommen hast, im Gespräch ausführen kannst, wenn Du danach gefragt wirst.
Du solltest Dich außerdem über die Organisation informieren, bei der Du Dich bewirbst, damit Du im Gespräch sicher über sie sprechen kannst. Und Du solltest Dir mehrere Gründe zurechtlegen, warum Du der richtige Kandidat für das Stipendium bist.
Ein nützlicher Rahmen für die Beantwortung von Verhaltensfragen (jenen, die mit „Erzählen Sie von einer Situation, in der..." oder „Können Sie ein Beispiel geben für..." beginnen) ist die STAR-Methode. STAR steht für Situation, Task (Aufgabe), Action (Handlung), Result (Ergebnis). Beschreibe zuerst kurz die Situation oder den Kontext, erkläre dann die Aufgabe oder das Ziel, für das Du verantwortlich warst, schildere die Handlung, die Du unternommen hast, und schließe mit dem Ergebnis, das Du erreicht hast. Ein Beispiel: Ein Kunde wünschte sich mit nur drei Wochen Vorlauf ein komplettes Rebranding (Situation); als Projektmanager warst Du dafür verantwortlich, Designer, Texter und das Marketing-Team des Kunden zu koordinieren (Aufgabe); Du hast tägliche Abstimmungen organisiert, einen klaren Zeitplan mit Meilensteinen und ein gemeinsames Laufwerk zur Dateiverwaltung eingerichtet und wöchentliche Fortschrittsberichte verschickt (Handlung); das Projekt wurde zwei Tage früher abgeschlossen und der Kunde verlängerte den Vertrag (Ergebnis). Nutze STAR eher als Erzählwerkzeug denn als starre Formel und wähle echte, konkrete Beispiele, die Wirkung, Eigenverantwortung und Entscheidungsfreude zeigen. Beziffere das Ergebnis nach Möglichkeit, damit der Interviewer die konkrete Wirkung sehen kann.
Bei der Kleidung gilt: Lieber zu schick als zu leger. Du willst den bestmöglichen Eindruck hinterlassen, deshalb ist der beste Rat, seriöse Businesskleidung zu tragen. Und es ist ratsam, Stift und Notizblock dabeizuhaben. Schalte Dein Handy vor dem Interview komplett aus - der Vibrationsmodus ist immer noch eine Ablenkung.
Der erste Eindruck zählt
Die ersten Minuten Deines Interviews sind wichtig, denn Du willst einen guten Eindruck hinterlassen - Interviewer bilden sich ihre Meinung oft schon in den ersten 30 Sekunden. Begrüße Deine Interviewer im Stehen. Achte darauf, dass Du lächelst und Blickkontakt hältst, und verwende die Namen der Interviewer. Gib zudem einen selbstbewussten Händedruck (weder schlaff noch zerquetschend) und sei auf etwas Smalltalk vorbereitet. Beim Smalltalk bleibst Du am besten immer positiv. Wirst Du zum Beispiel nach Deiner Anreise gefragt, sag, sie sei gut gewesen, auch wenn sie es nicht war. Es kommt ganz darauf an, wie Du Dich präsentierst vor Deinem Publikum.
Motivation zeigen
Organisationen, die Stipendien vergeben, suchen nach Studenten, die motiviert sind, Ergebnisse für sich selbst und für andere zu erreichen. Zeig also, dass Du entschlossen bist und klare Ziele vor Augen hast. Bleib dabei zugleich authentisch und strukturiere Deine Argumente gut.
Und denk daran: Es geht oft nicht nur um Dich. Organisationen wollen, dass ihre Stipendiaten nicht nur persönlich motiviert, sondern auch sozial engagiert sind. Das kannst Du zeigen, indem Du erklärst, welche Beiträge Du für Dein Umfeld geleistet hast.
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